Ihre FragenKategorie: FragenBüsche Weigandufer
admin-sd Mitarbeiter asked 3 Jahren ago

Frage 1) Die Büsche am Weigandufer sollen entfernt werden. Dies ärgert viele Anwohner*innen, da es dadurch zu mehr Schmutz, Lärm und weniger Artenvielfalt und guter Luft kommt. Warum geschieht dies?

Büsche Weigandufer
1 Antworten
admin-sd Mitarbeiter answered 3 Jahren ago

Die Umgestaltung des Weigandufers im Bereich zwischen Fuldastraße und Innstraße ist eine Baumaßnahme, die sich aus den städtebaulichen Zielen für das Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße / Sonnenallee ableitet.
Die wichtigsten Ziele dieser Baumaßnahme lauten nachfolgend:

  • gestalterische Verbesserung des Uferwegs wie Erneuerung des Zauns, der Sitzgelegenheiten (Parkbänke), der Einsehbarkeit der Uferbereiche sowie zur besseren Anbindung der Parkanlage Wildenbruchplatz.

an den Uferbereich unter Berücksichtigung der Konflikte zwischen Fußgängern und Radverkehr.

  • Schaffung von sicheren Übergange im Weigandufer, z.B. Verbesserung der Querungsmöglichkeiten für Fußgänger im Bereich Elbestraße/Weigandufer sowie Vorschläge für eine sichere Verkehrsführung entlang des Weigandufers.
  • Einrichtung einer Fahrradstraße im Weigandufers unter Berücksichtigung oben genannter städtebaulicher Ziel.

Derzeitiger Zustand der Strauchpflanzungen: Zwischen Uferweg und der Fahrbahn der Straße Weigandufer befindet sich ein fast durchgehend ein bis vier Meter breiter,
hoher und dichter Gehölzstreifen, der bis an den Fahrbahnrand heranreicht und teilweise darüber hinausragt. Dieser Gehölzbestand
weist einen verwilderten und dunklen Charakter auf. In der Uferböschung sind abschnittweise Gehölze herangewachsen,
die die Sichtbeziehung zum Wasser beeinträchtigen. Durch den dichten Gehölzbestand, teilweise beiderseits des
Uferweges wird der Uferweg als Angstraum wahrgenommen.

Die Umsetzung der og. Ziele erfolgt mit nachfolgenden Maßnahmen: :
Der Teilbereich des Weigandufers zwischen Fuldastraße und Wildenbruchstraße bildet die Verknüpfung mit dem südlichen
Teil des Weichselplatzes, der im Jahr 2016/2017 neu gestaltet wurde. An das neu gestaltete Wegeprofil knüpft die Planung
des Weigandufers an.  Der Uferweg wird geöffnet und übersichtlich gestaltet. Der hohe und dichte Gehölzbestand entlang der Fahrbahn und in
der Uferböschung, der den Bezug zum Wasser / Kanal und die Einsehbarkeit des Uferweges einschränkt, soll in seiner Ausdehnung
deutlich reduziert werden. Die Bestandsbäume werden in die Wegeplanung integriert.
Entlang der Fahrbahn soll auf den gerodeten Flächen ein neuer Pflanzstreifen mit Bodendeckern und Gräsern in einer Breite
von etwa 2 m angelegt werden. Dieser wird mit einer Hochbeeteinfassung versehen. Zur Straßenseite
wird dieser höher ausgeführt um “Wildes Parken” zu verhindern.

In der Bürgerversammlung am 12. Juli 2016 wurden diese Planungen vorgestellt. Es gab Einwände von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern (idR. Anwohner), die sich gegen eine Reduzierung der
Strauchpflanzungen (Büsche) aussprachen. Es gab aber auch Stimmen, die eine Reduzierung begrüßten. Anhand der nachfolgende Tabelle wird die Diskussion auf der Bürgerversammlung vom zuständigen
Sanierungsträger (BSG) widergegeben.

Die Behauptung, dass die Büsche vollständig entfernt werden ist eine verkürzte Darstellung des Ergebnisses der Diskussion. Gesetzt ist, dass eine Reduktion der Sträucher aus folgenden Gründen erfolgen soll:

  1. Schaffung der Einsehbarkeit (städtebauliche Kriminalprävention, Sichtbarkeit des Neuköllner Schifffahrtskanals)
  2. Herstellung  von Sichtbeziehungen zwischen Verkehr und Fußgängern, die den Promenadenweg nutzen. Derzeit treten die Fußgänger aus der Strauchpflanzung hervor und betreten die Fahrbahn, was immer wieder zu kritischen Situationen führt.
  3. Reduktion der finanziellen und personellen Aufwendungen für die Pflege. (Der Fachbereich Grün- und Freiflächen ist weder personell noch finanziell so ausgestattet, wie es für eine gärtnerische und werterhaltende Grünunterhaltung erforderlich wäre. Es kann daher nur noch eine Verkehrssicherungspflege betrieben werden).

 

Fazit: Im Planungsprozess wurden die Argumente für und wider einer Umgestaltung des Grünstreifens abgewägt. Insbesondere die Gründe der Verkehrssicherheit und das empfinden eines Angstraums haben dazu beigetragen, dass sich für eine Reduzierung und eine Neugestaltung mit Bodendeckern entschieden wurde. Die Kritik der Anwohner_innen hat dazu beigetragen, dass während der Baumaßnahme eine biologische Baubegleitung stattfinden soll, die insbesondere die Auswirkungen auf die Flora und Fauna begutachten und kontrollieren soll.

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