Im Februar 2019 beginnt die Neugestaltung des Weigandufers in Neukölln. Der Uferbereich entlang des Neuköllner Schifffahrtskanals, an dem seit Ende 2018 auch die neue Fahrradstraße entlangführt, ist ein attraktiver und beliebter Aufenthaltsort. Mit der Neugestaltung behebt das Bezirksamt bestehende Mängel am Ufer und schafft mehr Übersichtlichkeit und bessere Zugänge ans Wasser.

Die Neugestaltung beginnt am 21. Februar im Abschnitt zwischen Wildenbruch- und Innstraße mit Rodungsarbeiten von Wildwuchs und Sträuchern über 50 cm Größe. Im Anschluss erfolgt ein Umbau der Gehwege sowie Neupflanzungen in diesem Bereich. Ab Frühling wird voraussichtlich östlich der Wildenbruchstraße die Zufahrt ins Weigandufer dauerhaft für den Pkw-Verkehr gesperrt und zugleich die Mittelinsel der Wildenbruchstraße erneuert.

Ab Herbst 2019 folgt die Umgestaltung des Uferbereichs auf der anderen Seite der Wildenbruchstraße bis hin zur Fuldastraße. Die Maßnahmen werden voraussichtlich im Herbst 2020 abgeschlossen sein.

Hierzu erklärt Martin Hikel, Bezirksbürgermeister von Neukölln: „Wo bislang Unübersichtlichkeit herrschte und Büsche als Müllablageplatz benutzt wurden, entsteht für die Anwohner*innen ein attraktives neues Ufer. Außerdem stärken wir die neue Fahrradstraße und reduzieren den Durchgangsverkehr am Weigandufer. Das alles führt zu mehr Lebensqualität und zu mehr Sicherheit im Kiez. Die Neugestaltung des Uferwegs wurde mit der Anwohnervertretung gemeinsam entwickelt. Auch die Neubepflanzung werden wir mit den Anwohner*innen besprechen. Denn sie sind es, die sich in ihrem Lebensort wohlfühlen sollen.“

Jochen Biedermann, Stadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Bürgerdienste in Neukölln ergänzt: „Der Wildenbruchplatz wird seinen Charakter komplett verändern. Durch die Sperrung des angrenzenden Teils des Weigandufers für den Autoverkehr entsteht eigentlich ein ganz neuer Park direkt am Wasser. Wir sind gefordert, solche attraktiven grünen Orte zu schaffen, wenn wir mit der Entwicklung Neuköllns mithalten möchten. Das gilt besonders für einen wachsenden Kiez mit einer so dichten Bebauung und sonst wenigen Grünflächen.“

 

Zu den Maßnahmen

Die Maßnahmen im ersten Bauabschnitt zwischen Wildenbruch- und Innstraße betreffen vor allem die Verkehrsflächen entlang des Wildenbruchplatzes. Zentral sind dabei die geplante Sperrung dieses Abschnitts der Straße Weigandufer für den Kfz-Verkehr sowie der teilweise Rückbau der Fahrbahn und ein verbesserter Zugang vom Park ans Ufer. Der bisherige Gehweg auf der Parkseite wird zugunsten der Grünanlage Wildenbruchplatz entsiegelt und bepflanzt. In der Innstraße werden neue Stellflächen eingerichtet. Die Umgestaltung betrifft darüber hinaus den Gehweg direkt am Kanal sowie das derzeit marode Ufergeländer. Der Umbau folgt dem Gestaltungsprinzip des bereits umgebauten Bereichs am Weichselplatz.

Der Uferweg wird insgesamt geöffnet und übersichtlicher gestaltet. Die Bestandsbäume werden in die Wegeplanung integriert. Entlang der Fahrbahn wird auf den zunächst gerodeten Flächen ein neuer Pflanzstreifen angelegt. Dieser wird mit einem Cortenstahlband eingefasst und geschützt. Die Grünstreifen werden mit einer Wiesen- und Gräseransaat und mit Stauden bepflanzt. Von dieser Bepflanzung, die zu verschiedenen Zeiträumen blüht, sollen insbesondere Insekten und Vögel profitieren.

Zusätzlich werden neue größere Sträucher gepflanzt, die sich in der Höhe von ihrem Umfeld unterscheiden werden. Die Standorte für diese sollen in einem kleineren partizipativen Verfahren mit interessierten Anwohner*innen geklärt werden. Voraussichtlich im Spätsommer soll es soweit sein. Die vorhandenen uferwegseitigen Straßenborde werden erhöht, um ein Abstellen von PKW am Uferbereich zu verhindern.

Im gesamten Bereich werden zahlreiche neue Sitzgelegenheiten geschaffen und 32 neue Fahrrad-Bügel aufgestellt. Im Abschnitt zwischen Wildenbruch- und Innstraße werden sechs Amberbäume und zwei Felsenbirnen und im Abschnitt zwischen Fulda- und Wildenbruchstraße vier Silberweiden zusätzlich neu gepflanzt.

Die Neugestaltung des gesamten Weigandufers wird voraussichtlich im Herbst 2020 fertiggestellt sein. Die Kosten belaufen sich auf ca. 1,5 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt aus Fördermitteln des Programms Zukunft Stadtgrün, Mitteln zur Stärkung des Radverkehrs aus der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz sowie Stadterneuerungsmitteln des Bezirks Neukölln.

 

Zum Hintergrund

Das Projekt ist eine der zentralen Städtebauförderungsmaßnahmen im Aktiven Zentrum und Sanierungsgebiet KMS/Sonnenallee zur Verbesserung des öffentlichen Raumes. Für das Gebiet zwischen Sonnenallee und Weigandufer macht sich seit langem das „Beteiligungsgremium Sonnenallee“, die Betroffenenvertretung im Sanierungsgebiet, stark.

Ein Ausgangspunkt der Neugestaltung am Weigandufer war das Engagement dieser Gruppe, dessen Bestandsaufnahme vor Ort wichtige Grundlagen der Planung darstellten. Die Gehwege am Weigandufer und östlich des Wildenbruchplatzes sind derzeit in einem desolaten Zustand und z.B. bei Regen nahezu unpassierbar. Der Gehölzstreifen zwischen Straße und Uferweg ist zugewachsen. Hier gibt es zahlreiche wilde Müllablagerungen und unübersichtliche Stellen, an denen sich viele Passant*innen unsicher fühlen.

(© KMS-Sonne)

Zur Vorbereitung der Neugestaltung wurde im Sommer 2016 in einer ersten öffentlichen Veranstaltung eine Vorstudie präsentiert und diskutiert, im Sommer 2017 erfolgte die Finanzierungszusage der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und im Dezember 2017 konnten sich alle Interessierten noch einmal über die konkreten Entwürfe informieren und ihre Anregungen einbringen.

 

Weitere Informationen: www.kms-sonne.de

Start der baulichen Neugestaltung am Neuköllner Weigandufer

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